Bier erst ab 16


Zudem haben die Verantwortlichen eine Werbekampagne mit Slogans wie „Bier bewusst genießen“ oder „Bier? Sorry. Erst ab 16“ gestartet. Sollte die EU tatsächlich Werbeverbote, Abverkaufsbeschränkungen und eine Gesundheitssteuer für Bier beschließen, dann hat der Brauereidirektor eine ganz klare Meinung dazu: „Was kommt nach dem Bier? Totenköpfe auf Schokoladentafeln und Warnhinweise auf Kaffee-Packungen?“ Die Brauerei steht voll und ganz hinter Alkoholabstinenz am Steuer und am Arbeitsplatz sowie während der Schwangerschaft und bei Einnahme von Medikamenten. Goß weist aber auch ganz deutlich auf die positiven Eigenschaften des bayerischen Nationalgetränks hin. So würden unabhängige wissenschaftliche Studien belegen, dass bei maßvollem Bierkonsum das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Herzinfarkt sowie von Gallensteinen sinkt. Demzufolge litten Biertrinker seltener an Altersdiabetes und - Dank der Blutverdünnenden Wirkung - an Blutgerinnseln. Auch auf die Knochen und die grauen Zellen wirke sich Untersuchungen zu Folge moderat genossener Gerstensaft positiv aus. Und nicht zuletzt sei alkoholfreies Bier für Sportler wissenschaftlich belegt das ideale isotonische Getränk, da es fett- und cholesterinfrei ist und jede Menge Mineralstoffe enthält."

Hermann Goß wehrt sich dagegen, dass die positiven Eigenschaften von Bier durch falsche Trinkgewohnheiten einzelner an die Wand gedrängt werden: „Bier ist und bleibt ein gesundes Lebensmittel, ein schmackhafter Durstlöscher und ein bayerisches Kulturgut.“ Wer jetzt nicht versuche, dem politischen Treiben Einhalt zu gebieten, gefährdet Arbeitsplätze in der Region und das Recht der Menschen auf Selbstbestimmung. Er fordert die Politiker dazu auf, sich für den kultivierten Biergenuss einzusetzen. Sonst, so orakelt Goß, könne es passieren, dass wir bald in Bierzelten vor einer Maß Mineralwasser sitzen.

Bier bewusst genießen: Bischofshof fördert und fordert den verantwortungsbewussten Umgang mit Bier Regensburg. Bier gehört zu Bayern wie Brezen und der weißblaue Himmel. Seit je her zählt es zu den Kulturgütern, für die Bayern weit über seine Grenzen hinaus bekannt ist. Sollten Bürokraten in der fernen EU daran rütteln dürfen? Brauereidirektor Hermann Goß meint „nein“. Er setzt auf einen verantwortungsbewussten Umgang mit Gerstensaft und mündige Konsumenten.

Was wären die Dulten und Volksfeste ohne Bierzelte? Schließlich steht Bier für Genuss und Geselligkeit. Um genau dies zu erleben, strömen Besucher aus Regensburg und der Region zweimal jährlich auf den Dultplatz oder auf die umliegenden Festplätze. Sollten nun Bierflaschen ebenso wie Zigarettenschachteln mit Warnhinweisen versehen werden, versteht Hermann Goß die Politik nicht mehr: „Die Brauereien selbst leiden unter dem schlechten Image von Flatrate-Partys und Co. Deshalb sind wir ja auch bereit, unser Möglichstes zu tun, und fördern und fordern die Eigenverantwortung der Bürger.“ Einig sind sie sich auch mit den beiden hiesigen Festwirten Petra Glöckl und Michael Hahn. Diese stellen sich zudem ihrer Verantwortung und schenken Bier weder an Betrunkene, noch an Jugendliche unter 16 aus. Eigene Jugendschutzbeauftragte unterstützen sie dabei.

Der bayerische Brauerbund bekennt sich zur Verantwortung der Brauer. Er hat eigene Verhaltensregeln für die Bewerbung und den Verkauf von Bieren, den so genannten „Brauer-Kodex“ aufgestellt.